22 - Mein Date mit der Angst - "Sabine ... oder der Sturm in mir"

Aus heiterem Himmel

 

Das hätte ich nicht gedacht, dass die "Angstfalle" plötzlich und unerwartet so knallhart zuschnappen würde. Habe ich doch so sehr mein Vertrauen gestärkt, indem ich Liebe, insbesondere zu mir selbst, aktiviert habe. Und jetzt das! Ohne Vorankündigung, von einer Sekunde auf die andere packt mich diese eiskalte Kralle und hat mich scheinbar voll im Griff ....

Was war geschehen?

 

Es war ein wundervoller Tag auf Gran Canaria. Zusammen mit meinem Mann verbrachte ich eine traumhafte Auszeit vom Winter auf dieser sonnigen Insel. Außerhalb der Ferien ist das normalerweise nicht möglich. Weil aber unser Sohn einen Schüleraustausch an der spanischen Küste verbringen durfte, haben wir uns spontan zu diesem Sommerintermezzo entschieden. Einfach fantastisch, diese Wärme, das Flair und diesen grandiosen Strand genießen zu dürfen.

 

Orkantief zieht auf Deutschland zu!

 

Gegen Abend sitze ich allein mit einem Glas Rotwein und meinem Handy auf unserem Hotelbalkon. Während mein Mann duscht, beschäftige ich mich mit ein paar netten WhatsApp-Nachrichten und löschte diverse Nachrichten, die mir mein Smartphone ungefragt anzeigt. Da steht es .... in Goßbuchstaben .... "Orkantief zieht auf Deutschland zu ... stärker als Kyrill ... Gefahr im Verzug ... Flug- und Bahnverkehr wird voraussichtlich komplett eingestellt ... Schulen fallen aus ... dramatische Wetterlage für die kommenden Tage erwartet ...". SCHEI...!!! Das hat gesessen!

 

Schock und Ambivalenz

 

Schlagartig verfalle ich in einen Schockzustand. Trotzdem ruft eine innere Stimme in mir "Hey! Bleib ruhig! Es ist alles gut! Vertraue!". Sehr merkwürdig, wie sich diese zwei Fronten in mir aufbauen. Klar kenne ich Angst. War sie doch lange Zeit in meinem Leben ein ständiger Begleiter. Umso dankbarer bin ich, dass ich für mich einen Weg gefunden habe, mich mit meinen Ängsten auseinander zu setzten, um diese mit Liebe und Vertrauen erfüllt gehen lassen konnte. Eine absolute Befreiung, die immer noch anhält. Bis auf ein paar innere Alarmsignale im Alltag, die ich allerdings für völlig normal und menschlich halte, war immer alles gut. Aber jetzt das!

 

Harte Prüfung

 

Ich überlegte, was geschehen war und warum ich so heftig reagierte. Dabei wurde mir klar, dass ich an meinem wundesten Punkt erwischt wurde. Mein Bedürfnis nach Unversehrtheit und Sicherheit für mich und meine Liebsten war stark erschüttert. Dazu die Angst, jemanden verlieren zu können und die eigene Todesangst. Das Gefühl von Getrenntsein stellte sich ein, obwohl wir doch immer verbunden sind. Alle meine Liebsten sind gerade in verschiedenen Ländern unterwegs. Dabei hätte ich sie gerade jetzt so sehr in meiner unmittelbaren Nähe. Stattdessen fühlt es sich an, wie einer Willkür ohnmächtig ausgeliefert zu sein.

 

Damals am 11. September ...

 

Gerade kam mir der 11.09.2001 in den Sinn. Als es damals zu diesen fürchterlichen Terroranschlägen kam, weilten mein Mann und ich auf Sumatra. Während unserer Sumatra-Java-Bali-Rundreise waren wir von den Medien fast völlig abgeschnitten und es gab auch noch keine Smartphones. Unser Reiseleiter informierte uns zwar darüber, was geschehen war. Meine Vorstellungskraft war zum Glück wohl nicht stark genug, um mich da hineinziehen zu lassen. Das kam erst später, als wir wieder Fernsehen hatten. Trotzdem hatten wir dort einen wunderschönen Urlaub und eine angenehme Rückreise im vollen Vertrauen.

 

Rückbesinnung

 

"Zufällig" schrieb ich gerade mit einem lieben Freund über eher nebensächliche Dinge. Er erwähnte, dass er an Haus und Garten noch einiges sichern müsse, bevor der Sturm kommt. Ich schrieb von meiner Befürchtung, was den Flugverkehr angeht. Er schrieb zurück, dass das Thema in den Medien gerade zur Katastrophe ausgeschlachtet wird. Er würde das aber ganz entspannt abwarten und auch seine Termine nicht extra verschieben, bis man wirklich wüsste, was sich entwickelt. Boah, danke! Das holte mich auf den Boden der Tatsachen zurück und ließ mich ruhiger werden. Zeit zum Handeln ist dann, wenn sie dran ist. Nicht früher! Ein kurzer aber knackiger E-Mail-Wechsel mit meiner Mentorin brachte es noch mal genau auf den Punkt. Liebevoll aber bestimmt hielt sie mir vor Augen, um was es wirklich geht. Vertrauen, Liebe, genießen und fließen lassen. SEIN im Moment! Jipppppiiiiieh! Ich war wieder zurück in mir!

 

Zurück in meine Macht

 

Also wählte ich ab diesem Zeitpunkt die Horrornachrichten und Wetterberichte ab und besann mich wieder auf die schönen Dinge ... Sonne, Strand, Wärme, Genuss pur. All die "liebgemeinten" WhatsApp-Nachrichten mit Hinweisen auf "Sabine" und wie wir denn damit umgehen würden und so, konnte ich jetzt wieder liebevoll aus meiner Mitte heraus beantworten. Apropos "Sabine"! Wieso nennt man einen Sturm "Sabine"? Die Sabines, die ich kenne, sind äußerst nett und sympathisch! Die Verbindung mit einem zerstörerischen Orkan passt so gar nicht zu dem, was ich mit einer Sabine verbinde. Ich drück euch gerade mal, ihr lieben Sabines!

 

Technik, die begeistert und Medien

 

Wieder einmal wurde mir klar, wie machtvoll Medien und die neusten Techniken sind. Trotzdem spreche ich mich absolut für die tollen Möglichkeiten, die das Internet, Smartphones und Co. so bieten, aus. Gerade in so "stürmischen Zeiten" werden wir an einen sensiblen und verantwortungsvollen Umgang damit erinnert. Man kann sich die Medien, die man konsumiert, aussuchen. Was für ein Privileg! Es gibt tolle Medien, die frei von Angst berichten. Also informiere dich! Es lohnt sich! Außerdem bist du nicht dazu verpflichtet, panikmachende Nachrichten mit deinem Handy mit allem und jedem zu teilen und womöglich noch zu jammern und zu klagen. Du kannst selbst entscheiden. Also übernimm die Verantwortung.

 

... und dann noch der Rückflug

 

Puuuuh! Der Rückflug hatte es noch mal so richtig in sich! An und für sich war alles recht entspannt. Es gab zunächst eine kleine Verspätung, da der Flugverkehr in Deutschland wohl doch reichlich aufgemischt wurde. Die ausgefallenen Flüge vom Vortag wurden z. T. nachgeholt, bzw. Fluggäste auf andere Maschinen umgebucht. Wir hatten Glück, dass wir fast planmäßig fliegen konnten. Wir hatten einen angenehmen Flug. Mich wunderte ein wenig, dass die Flugbegleiter dieses Mal sehr explizit auf die Handhabung der Notausgangstüren über den Tragflächen hinwiesen. Die Fluggäste, die dort saßen, wurden noch einmal ausdrücklich gefragt, ob sie sich im Falle eines Notfalls in der Lage fühlen, diese Türen zu öffnen. Kurz vor der Landung in Düsseldorf erwähnte der Kapitän noch einmal über das Mikrofon, dass im unwahrscheinlichen Fall einer Evakuierung alles Handgepäck an Board bleiben müsse. Hmmmmmm ... in dieser Ausführlichkeit habe ich die Sicherheitshinweise noch nie wahrgenommen. Vielleicht ist das ja neuer Standard.

 

Zum Ersten, zum Zweiten, gelandet

 

Beim Landeanflug wurden wir sehr stark durchgeschaukelt. Ehrlich gesagt war mir recht übel, sodass ich die "Spucktüte" schon ins Visier nahm. Es rappelte, knackte und schaukelte weiter. Wieder kam die Angst in mir hoch. SCHEI...!!! Was mache ich jetzt bloß! Wieder sprach meine innere Stimme zu mir: "Bitte und dir wird gegeben!". Ja, ich betete für eine sichere Landung und das "Vater Unser der Neuen Zeit". Jetzt müssten wir jeden Moment aufsetzen. Dann sprach wieder der Kapitän, dass er wegen einer Windschere erneut durchgestartet wäre. Wenige Minuten später erklärte er uns sehr souverän, dass wir einen erneuten Landeanflug durchführen werden und dass wir genügend Treibstoff getankt hätten. Manchmal ist es einfach schön, wenn jemand anderes sagt, dass alles gut ist. Also setzte ich zu einer zweiten Runde Beten an. Dieses Mal etwas unkoordinierter als vorher, weil mein Herz klopfte nun doch bis zum Hals. Mich erinnerte das an die Fahrgeschäfte in den Freizeitparks, die ich immer verweigerte. Hin und wieder hatte ich mich mal zu extremen Loopings u. Ä. hinreißen lassen und mir hinterher geschworen, mich so etwas niiiiiiiiiiiiiiiiie wieder auszusetzten. Und jetzt das! Ein Extremfahrgeschäft ohne Schienen und Planken.

 

Danke

 

Als das Flugzeug aufsetzte und ich merkte, dass alles gut gegangen war, brach es aus mir raus. Die Tränen flossen und meine Knie zitterten. Trotzdem ich seit über zwanzig Jahren Nichtraucher bin, hätte ich jetzt gerne eine geraucht und dazu einen doppelten Schnaps gekippt. Es gab beides nicht. Dafür tat es dann ein Cappuccino XXL.

Von unserer Urlaubsbräune war nicht mehr viel zu sehen. Beim Aussteigen wünschte uns der Kapitän noch eine gute Heimfahrt und nickte uns charmant und wohlwollend zu. Mein "Danke" kam aus tiefstem Herzen.

 

Der Sturm in mir

 

Dieser Sturm hat mein Innerstes sehr stark aufgewühlt. Dabei wurden Dinge weggepustet. Andere haben sich neu angeordnet und ausgerichtet. Das war ein innerer Reinigungsprozess mit vielen neuen Erfahrungen und Erkenntnissen. Nicht ganz unanstrengend aber äußerst effektiv.

 

Mein Tipp für dich

 

Wenn dich einmal die Angst packt, dann umgib dich mit Menschen, die in diesem Moment einen reellen Blick haben. Vernetze dich mit diesen Menschen. Unterlasse alles, was deine Angst noch untermauert. Sei es der Konsum von Nachrichten und Berichten oder der Umgang mit negativ eingestellten Menschen. Erinnere dich an das, was wirklich zählt. Liebe und Vertrauen.

Ich wünsche dir Liebe und Vertrauen und dass wenn Stürme in dir aufkommen, du diese als Chance sehen kannst.

Carola Nospickel

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