24 - Bitte um Abstand

Kannst du Grenzen setzen und einhalten?

 

Gerade hatte ich verschiedene Erlebnisse im Supermarkt und der Drogerie. Wir alle sind aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen und Abstand zu halten. Allgemein habe ich den Eindruck, dass das recht gut läuft. Trotzdem ist genau das eine große Prüfung für uns alle. Genau jetzt stellt sich heraus, ob wir gelernt haben, unsere eigenen Grenzen zu setzen und um Abstand zu bitten und die Grenzen anderer einzuhalten.

Die Prüfung läuft

 

Ich war recht angenehm überrascht, wie sich die meisten Einkäufer an die aktuellen Vorgaben, was Abstand angeht, halten und ruhig dabei bleiben. Mir fiel auch auf, dass bei Weitem deutlich weniger Kunden unterwegs waren. Auch ich überlege zurzeit, ob ich unbedingt losmuss oder ob sich das aufschieben und bündeln lässt. Ich war sehr erstaunt, was ich noch an Vorräten habe. Mit etwas Kreativität und Sparsamkeit lässt sich daraus vieles zaubern. Außerdem können wir uns absprechen, sodass nicht jeder selbst immer nur für sich selbst einkaufen gehen muss. Nichtsdestotrotz lässt sich die Versorgung mit Lebensmitteln nicht gänzlich vermeiden und das kann genau jetzt zur Herausforderung werden.

 

Uns wird der Spiegel vorgehalten

 

Im Außen wird uns jetzt deutlich gezeigt, ob wir Grenzen setzen, bzw. einhalten können. Trotz des überwiegend respektvollen Umgangs miteinander, kommt es hier und da zu Situationen, in denen unsere eigenen Ängste angefacht werden. So wird die sonst so freundliche Verkäuferin plötzlich sehr resolut und macht klare Ansagen, was die Vorgaben angeht, bzw. was das Nichteinhalten dieser für Konsequenzen haben wird. Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass bei Verkäufer*innen in dieser Situation Verunsicherung und Angst aufkommt. Sie sind dem Ganzen tagtäglich ausgesetzt und bangen möglicherweise um die eigene Gesundheit oder den Arbeitsplatz. Danke für euren Einsatz. Ihr seid großartig!

 

Was macht Maßregelung und Zurechtweisung mit uns?

 

Obwohl ich in dem Moment gar nicht persönlich gemeint war, merkte ich, dass mein "Angstzentrum" angesprochen wurde. So geht es in solchen Situationen bestimmt vielen. Da kommen Gedanken hoch wie "Ich bin schuldig" oder "Ich habe etwas falsch gemacht". Man fühlt sich ertappt, bloßgestellt und schämt sich. Oder es kommt Hilflosigkeit und Wut auf. Der eine oder andere mag versuchen, sich zu rechtfertigen. Aber auch das löst eher Beklemmung aus.

 

Wo kommen wir uns zu nah?

 

Bleiben wir mal beim Beispiel "Supermarkt". Dort habe ich sehr viel Unsicherheit gespürt. Hinzu kommen auch einzelne Fälle von Ignoranz. So prallen unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander. Die einen huschen durch die Gänge, um schnell wieder draußen zu sein. Andere gehen besonnen mit Abstand an den Regalen vorbei. Einige wenige tummeln sich dicht an dicht vorm Kühlregal. Sicherlich lassen sich nicht alle "Nahbegegnungen" vermeiden. Wir sind Menschen, denen trotz Vorsicht "Fehler" unterlaufen können. Wie verhalten wir uns jetzt, wenn wir uns bedrängt fühlen? Sind wir in der Lage unser Bedürfnis zu äußern und um Abstand zu bitten? Oder versuchen wir verschämt, aus der Situation zu entkommen? Oder poltern wir los und machen unserer Empörung lautstark Luft, indem wir losschimpfen und Vorwürfe hageln lassen?

 

Übernimm die Verantwortung für deine Gefühle

 

Hier ein paar Tipps aus der "Gewaltfreien Kommunikation" (GFK). Sei gnädig mit dir selbst, wenn du es nicht sofort oder nicht immer umsetzen kannst. Übung macht den Meister.

Überprüfe einmal, welches Bedürfnis du hast und welches Gefühl die Situation in dir auslöst. Wenn du es jetzt schaffst, das zu formulieren und eine Bitte zu äußern, kannst du sehr viel gewinnen. Wenn das nicht auf Anhieb klappt, kannst du immer noch im Nachhinein reflektieren und akzeptieren, dass es einfach mal so war wie es war. Vielleicht läuft es beim nächsten Mal schon besser.

 

Versuchs doch mal!

 

Beispiel: Du fühlst dich bedrängt von jemandem. Welches Bedürfnis wurde missachtet? Z. B. dein Bedürfnis nach Schutz deiner Gesundheit. Welches Gefühl kommt auf? Fühlst du Angst? Dann könntest du z. B. sagen "Ich habe Angst um meine (oder unsere) Gesundheit. Würden sie bitte Abstand halten." Damit nimmst du die Aggression raus und schaffst Raum für ein wohlwollendes Miteinander. Ein Gefühl zu äußern ist unter Umständen nicht einfach. In diesem Fall ist dein Bedürfnis umso wichtiger. Versuch es doch einmal mit "Ich möchte unser aller Gesundheit wahren. Bitte halten sie Abstand. Dankeschön." Oder "Ich freue mich, wenn sie Abstand halten." Oder "Ich fühle mich sicherer, wenn sie Abstand halten." Oder "Ich fühle mich unsicher, wenn sie so nah bei mir stehen."

Wichtig hierbei ist, keine Schuldzuweisungen zu machen. Weil das erzeugt Widerstand.

 

Verständnis

 

Bitte habt Verständnis für diejenigen, die jetzt die Vorgaben umsetzen müssen und dabei an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stoßen. Da kann die Wortwahl schon mal entgleisen. Sagt ruhig, dass ihr Verständnis habt und ja, bedankt euch. Das Wort "Danke" kann übrigens Brücken bauen. Anstatt zu sagen "Halten sie bitte Abstand" kannst du auch sagen "Danke, dass sie Abstand halten". Klingt zwar erst mal merkwürdig, nimmt aber ordentlich Druck aus der Sache und lenkt die Gedanken auf eine andere Bahn.

 

Umdenken

 

Es findet gerade ein großes Umdenken mit enormen Herausforderungen statt. Schau doch mal, welchen Beitrag du leisten kannst. Ich wünsche mir, dass daraus ein wertschätzender Umgang untereinander entsteht. Machst du mit? Danke!

 

In Verbundenheit

Carola Nospickel

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